Nach 23 Jahren: Roswitha Nöbauer übergibt CSU-Vorsitz

Bürgermeister Andreas Jakob zum Nachfolger gewählt – Stellvertreter Markus Lindmeier auch „CSU-Vize“ – Landrat sieht „gute Chancen für Ruhstorf“

„Sehr geehrter Herr CSU-Ortsvorsitzender Frau Roswitha Nöbauer“: Mit dieser kuriosen Brief-Anrede charakterisierte Markt- und Kreisrätin Roswitha Nöbauer die „Männer-dominierte Landkreis-Szene der Christlich Sozialen Union, die noch vor gut zwei Jahrzehnten schon rein logistisch mit vorgedruckten Einladungs-Formularen auf eine Frau in lokal-regionalen Führungs-Positionen schlichtweg nicht vorbereitet“ gewesen sei.
„Nach 23 Jahren CSU-Ortsvorsitz neuerdings noch dazu mit einem tatkräftigen CSU-Bürgermeister Andreas Jakob, der binnen kürzester Zeit vom Schmidhamer Bürgerhaus über die Ruhstorfer Reitmeier-Kurve bis zum künftigen Eglseer Dorfstadl flächendeckend positive Markt-Akzente mit großer Bevölkerungs-Akzeptanz setzte, ist die Zeit reif für eine geordnete Vorstands-Übergabe“, begründete die seinerzeit auf Landkreis-Ebene erste und lange Zeit einzige CSU-Ortsvorsitzende Roswitha Nöbauer (Leopoldsruh) ihre „Vorstands-Rochade wieder zugunsten eines Mannes wie vorher schon immer in der knapp 60-jährigen CSU-Dorfgeschichte“.
„Nun kommt der zentrale Mathäser-Bereich an die Gestaltungsreihe, woran sämtliche Ruhstorfer mit Kreativ-Vorschlägen eigene Ideen einbringen können“, fand es die nach wie vor der CSU-Führungsspitze verbundene Vorsitzende der Frauen Union „gut, was Jakob tut“. Denn: „Selbst politisch Andersdenkende bestätigen der Marktgemeinde unter Jakobs Regie eine rundum spür- und sichtbare Aufwärtstendenz, von der letztlich ganz Ruhstorf profitiert“, bündelte Roswitha Nöbauer „vielfach gehörte (Bürgerschafts-)Kommentare“.
„Kultur- und Polittouren von der Chinesischen Mauer über den Kap der Guten Hoffnung in fernste Länder, in denen Ruhstorfer Hightech-Aggregate vom Trans Rapid (Aggretech/Shanghai) bis zu Diamant-Minen (Hatz- und Loher-Motore/Südafrika) zum Einsatz kommen – nahezu ganz Europa zwischen Rom, Bretagne (Siebenschläfer-Kapelle), Südengland (Cornwall) bis nach Skandinavien und St. Petersburg (russische Zaren-Schlösser) inklusive: Seit über zwei Jahrzehnten blicken hunderte Mitglieder wie Gäste des CSU-Ortsverbandes weltweit über den Ruhstorfer Tellerrand hinaus“, ließ die scheidende CSU-„Chefin“ markante Reise-Destinationen „Revue“ passieren.
„Früher Wirtschafts-Gespräche, heute Ruhstorfer Begegnungen: Mit Finanzminister Markus Söder, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, MdEP Manfred Weber und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, aber beispielsweise auch einem Zelt-Talk mit Deutschlands Bauernpräsidenten Gerd Sonnleitner oder bestbesuchten CSU-Kreiskundgebungen mit Bundesfinanzminister Theo Waigel und dem immer noch amtierenden Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble jeweils in der Niederbayernhalle unter Ruhstorfer Gastgeberschaft: Größer geht’s für einen relativ kleinen Ortsverein politisch nimmer“, zog Roswitha Nöbauer eine „arbeitsintensive Tätigkeits-Bilanz“.
Keineswegs verhehlen wollte die „kämpferische“ Ortsvorsitzende „gescheiterte Wahlkämpfe um den Bürgermeister-Stuhl, den letztlich Andreas Jakob 2014 nach einer äußerst dramatischen Stichwahl mit knapper Stimmen-Mehrheit gewonnen“ habe. Großen gesellschaftlichen Stellenwert maß Roswitha Nöbauer überwiegend gut besuchten „Dorffest-Events“ im Ruhstorfer Berghamer und Lachhammer Hof samt Rotthofer „Siebenschläfer-Weinfesten“ bei - nicht weniger als gut zwei Dutzend Schafkopf-Turniere oder neuerdings die Kleeberger Schloss-Heurigen inklusive.
Zu den „treuesten Weg-Gefährten“ zählte die Kreisrätin neben Schriftführerin Maria Seidl (Frimhöring) auch Schatzmeister Alfred Schwarzbauer samt Amtsnachfolgerin Karin Mayer, die stellvertretenden Ortsvorsitzenden Waldemar Herfellner (Piesting) und Markus Lindmeier (Sulzbach) sowie neuerdings auch Bürgermeister Andreas Jakob, nicht minder aber auch die knapp hundert Ruhstorfer CSU-Mitglieder noch dazu mit steigender (Beitritts-)Tendenz aus allen Marktteilen.
Bei der Vorstands-Neuwahl im Hotel Mathäser wurden der „neue“ Ruhstorfer CSU-Ortsvorsitzende Bürgermeister Andreas Jakob, dessen „Doppel-Stellvertreter“ Markus Lindmeier, Finanzverwalterin Karin Mayer sowie Schriftführerin Anna Neiß überwiegend mit „Maximal-Stimmenzahl“ in das Ruhstorfer CSU-Führungsgremium berufen. Tatkräftig unterstützt wird das Vorstands-Quartett künftig durch die Beisitzer Sven Baumbach (Schmidham), Maria Hatz, Rupert Roßmadl (Rotthof), Alois Kollmeier, Johannes Grübl (Holzhäuser), Alfred Schwarzbauer, Marktrat Michael Hisch junior, Dr. Hans Kochanowski sowie Frank Loose.
„Schwer verdaulicher Brocken Siemens-Stellenabbau einerseits, neue Landesanstalt-Zweigstelle mit 200 Behörden-Planstellen in möglichst naher Markt-Lage andernteils: Ein diesbezüglich geplantes Haus im Zentrum eröffnet Ruhstorf einmalige Chancen hinsichtlich Vitalität, Lebensqualität und Identität“, betrachtete der „frisch gebackene“ CSU-Ortsvorsitzende Andreas Jakob und zugleich erster Bürgermeister die „Kehrseiten einer Entwicklungs-Medaille, die letztlich Menschen vor Ort dauerhaft konkrete Beschäftigungs- und damit Bleibemöglichkeiten in vertrauter familiärer Umgebung eröffnen“ könnten.
„Zusammen mit alteingesessenen kirchlich-weltlichen Organisationen und Institutionen stellt Ruhstorf unter Einbeziehung möglichst großer Bevölkerungsteile jetzt in allen Marktteilen die Weichen Richtung lebenswerter Zukunft in einer liebenswerten Heimat“, hoffte Jakob „zuversichtlich, dass auch die gegenwärtig schwierige Zeit der Herausforderung mit verstärkten Gemeinschafts-Initiativen erfolgreich geschultert und letztlich gemeistert“ werden könne.
„Sechs Millionen Staats-Fördermittel für den weiteren Ausbau des Ruhstorfer Technologie-Zentrums Energie als richtungsweisendes Verbandsobjekt der Fachschule Landshut für angewandte Wissenschaften als wichtiger Bildungs- und Transfer-Einrichtung mit der ähnlich ausgerichteten Fachhochschule Oberösterreich in Wels und schon in Kürze die parlamentarische Beschlussfassung über Eckpunkte des künftigen Ruhstorfer Fachzentrums für Klimaschutz und Digitalisierung: Hinsichtlich des eklatanten Ruhstorfer Siemens-Stellenabbaus herrscht Verlass auf die bayerische Staatsregierung“, zitierte Landrat Franz Meyer „konkrete Zusagen von Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner pro hiesiger Beschäftigungs-Möglichkeiten speziell auch für qualifizierte Facharbeiter und Studienabgänger“.
„Der Landkreis Passau bleibt auch 2019 verlässlicher Kooperations-partner der offiziellen Leistungsschau des Passauer Landes bei der Ruhstorfer Wirtschafts- und Verbrauchermesse“, ließ Meyer auch diesbezüglich „keine (Zukunfts-)Zweifel“ aufkommen. Bei der kürzlich gebildeten Marketing-Gesellschaft von Freistaat Bayern, Landkreis Passau und Markt Ruhstorf sei wie versprochen auch der Siemens-Konzern ins (Vierer-)Boot geholt und voll in die Verantwortung genommen worden“, bekundete der Passauer Landrat schließlich seine Zuversicht, mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums „Ballungsraum-Betriebe“ ins Passauer Land und darin speziell nach Ruhstorf verlagern zu können, wofür mittlerweile sogar bereits konkrete Nachfragen vorliegen würden.

CSU-KREISDELEGIERTE

Kreisrätin Roswitha Nöbauer, die Bürgermeister Andreas Jakob und Markus Lindmeier, Marktrat Dr. Karl-Benedikt von Moreau, Alois Kollmeier, Maria Hatz und Schriftführerin Anna Neiss (Ersatzleute Sven Baumbach, Alfred Schwarzbauer, Johannes Grübl, die Markträte Günter Wagner (Hütting) und Michael Hisch junior, Finanzverwalterin Karin Mayer sowie Marktrat Jürgen Schuster). – nö

Nach 23 Vorsitz-Jahren der Kreis- und Markträtin Roswitha Nöbauer (r.) wurde Bürgermeister Andreas Jakob (vorne 2.v.l.) zum neuen CSU-„Chef“ berufen, dem Vorsitzender Landrat Franz Meyer die Glückwünsche des Kreisverbandes ebenso entbot wie CSU-„Vize“ Markus Lindmeier (vorne l.). Zum Vorstands-Gremium zählen außerdem (oben v.l.) die Beisitzer Johannes Grübl, Sven Baumbach, Rupert Roßmadl, Marktrat Michael Hisch und Alfred Schwarzbauer sowie (mittlere Reihe v.l.) Alois Kollmeier, Maria Hatz, Schriftführerin Anna Neiss und Finanzverwalterin Karin Mayer. – Foto: Nöbauer

Erste „Dienst-Handlung“ des „frisch gebackenen“ Ruhstorfer CSU-Ortsverbandschefs Andreas Jakob (v.l.): Zusammen mit CSU-seiner Marktrats-Kollegin und Amtsvorgängerin Roswitha Nöbauer deklarierte der Ruhstorfer Bürgermeister langjährige Partei-Mitglieder als „treu-verlässliche CSU-Stützen auf Landes- wie speziell auch Marktebene“. Dankes-Urkunden erhielten während einer kleinen Feierstunde Ex-Gemeinderat Reinhard Gimpl (50 Mitgliedsjahre), Marliese (45) und Martha Baumgartner (40/beide Frimhöring), Franz Pflieger (35), Dagmar Mohr (30), Ursel Kochanowski (20), Roland Schlömer (vorne 3.v.l.), Sven Baumbach (Schmidham/hinten r.), die Markträte Jürgen Schuster (Hader/alle 15) sowie Dr. Karl-Benedikt von Moreau (Kleeberg, r.) und Matthias Petermüller (Steinwies/beide 10 Jahre). Zu den Ehrungs-Gratulanten zählten im Hotel Mathäser auch die bisherige Schriftführerin Maria Seidl (Frimhöring/vorne 3.v.r.) und Landrat Franz Meyer (r. daneben) sowie der langjährige stellvertretende Vorsitzende Waldemar Herfellner (Piesting/hinten l.). – nö/Foto: Nöbauer